TSV 1861 Spitzkunnersdorf – SV Meuselwitz 3:0 (1:0)
Die Ausgangslage vor einem Spiel war selten so klar wie vor diesem Nachhohler gegen den Tabellennachbarn aus Meuselwitz. Bei einem Sieg konnte man sich vorerst aus dem Tabellenkeller absetzen und Anschluss ans Mittelfeld herstellen, bei einer Niederlage würde man wohl den Rest der Saison ganz unten drin bleiben. Und so klar die Lage war, so klar begannen die Hausherren das Kommando über dieses Spiel zu übernehmen. In der Anfanfgsphase gab es gute Abschlussmöglichkeiten im 2-Minuten-Takt, dass es nach 20 Spielminuten nur 1:0 und nicht etwa drei oder vier zu null stand, war nichts als ein schlechter Witz. Den einzigen Treffer markierte Robin Rößler, als nach einem langen Ball von Markus Enders, eine gewisse Konfusion in der Hintermannschaft der Gäste herrscht und Robin den Rebound mit dem Kopf über die Linie drücken kann. Ansonsten versandeten die erstpielten Chancen regelmäßig, weil die Abschlüsse diesen Namen eigentlich nicht verdient hatten, denn es waren fast durchweg „Abschlüsschen“, die den Gästekeeper nicht wirklich prüften, dieser war zudem zwei Mal mit gutem Stellungsspiel zur Stelle. Nach 20 Spielminuten wurde die Partie offener und Meuselwitz kam auch mal über die Mittellinie, Torgefahr sollte jedoch in der ersten Halbzeit für unseren Kasten nicht entstehen, denn die Gäste waren lediglich mit Versuchen aus großer Distanz unterwegs, die ihr Ziel allesamt klar verfehlten. Auf der Gegenseite hatte auch Spitz nicht mehr den Zug und die Klarheit vom Spielbeginn, lies jedoch noch weitere gute Ansätze ungenutzt. Nach dem Seitenwechsel kippten die Verhältnisse auf dem Platz plötzlich komplett. Die Hausherren waren nicht mehr in der Lage den Ball im Angriffsdrittel festzumachen und die Auswärtsmannschaft nahm das Heft des Handelns in die Hand. Nach 2-3 Halbchancen dann der ultimative Wachrüttler, als ein Kopfball der Gäste nach einem Eckstoß am Pfosten landete. Nach nun gut 60 Minuten wurde Spitz wieder wacher und griffiger, verlagerte das Spielgeschehen wieder deutlich in des Gegners Hälfte und arbeitete an der Mission Heimsieg. Nach 70 Spielminuten eine klasse Flanke von Nelio Rolle vom rechten Flügel und der eingewechselte Michael Enders vollstreckt per Kopfball zur Vorentscheidung. In der Folge glich die Partie eher wieder der Anfangsviertelstunde. Spitz nicht mehr so drückend, aber mit einer ganzen Reihe Möglichkeiten den Deckel endgültig drauf zu machen, die man, mal unglücklich, mal kläglich, liegen ließ. Erst in der letzten Spielminute kam dann endgültig der Deckel drauf, nachdem der gerade zuvor eingewechselte David Große einen starken, hohen Ballgewinn feiern konnte. Die Kugel kam zu Michael Enders und dessen Pass in die Spitze beförderte Robin Rößler letztlich über die Torlinie.
Fazit: Unter dem Strich ein verdienter Sieg, auch in dieser Höhe. Aber in der viertel Stunde nach dem Seitenwechsel spielte man mit dem Feuer, weil man einfach zu passiv und zu unkenzentriert agierte. Sowas kann einen Gegner schon mal aufbauen und ein Spiel komplett kippen lassen. Am Ende waren es Chancen für mindestens zwei Spiele, aus denen man einfach mehr machen muss als die drei Tore. Trotzdem muss man festhalten, dass wir uns die Möglichkeiten, gerade in der ersten und letzten Viertelstunde, zum Teil auch stark herausgespielt haben – das ist die gute Nachricht. (MiE)
Aufstellung: R. Jähnke, A. Rudolf, D. Fournes (D. Große), L. Wießner, Ma. Enders, N. Rolle, P. Neumann, T. Horeni, E. Pfalz (E. Rößler), M. Stöcker (Mi. Enders), R. Rößler
Tore: R. Rößler (2), Mi. Enders