Tolle Moral
TSV 1861 Spitzkunnersdorf – Bertsdorfer SV 1:1 (0:1)
Am Montag dieser Woche hatte man noch nicht im Ansatz einen Kader für dieses Spiel, durch die Bereitschaft einiger „Alter Säcke“ und angeschlagener Spieler konnte man trotzdem mit einem ordentlichen Team antreten zum Abschluss der Hartplatzsaison in Spitz. Auf dem staubtrockenen Geläuf traf man auf einen Gegner, dem man bei der 1:7 Niederlage im Hinspiel hoffnungslos unterlegen war. Es entwickelte sich von Beginn an ein intensives Spiel, bei dem herausgespielte Torchancen absolute Mangelware waren. Die Heimelf hat die dicke Chance zur Führung nach einer knappen viertel Stunde, als der Keeper einen Versuch von Robin Rößler nicht festhalten kann und Max Stöcker mit dem Abstauber aus nächster Nähe an einem starken Reflex des Hüters scheitert. Aufgrund der Umstände hatte das Wort „Abstauber“ selten eine treffendere Bedeutung als hier. Kurz darauf verfehlt ein Schuss von Robin Brendel aus 16 Metern nur knapp sein Ziel. Die Gäste, bis dato nur durch Standardsituationen auffällig, gehen dann in der 23. Spielminute durch einen Handelfmeter in Führung. Kurz später fischt der Bertsdorfer Torsteher einen Flatterball von Robin Brendel aus dem Dreiangel. Ansonsten gab es bis zur Pause viel Intensität, viele Zweikämpfe und Abschlussmöglichkeiten nur nach ruhenden Bällen oder Einwürfen. Nach dem Wechsel ändert sich an diesem Bild wenig, die beste (und nahezu einzige Möglichkeit) auf einen Treffer hat Robin Rößler, dessen Schuss aus 20 Metern an den Innenpfosten klatscht und leider nicht über die Linie springt. Die Gäste wurden nun etwas drückender und erhöhten die Frequenz ihrer Flankenbälle, aber wirkliche Torgefahr kam dabei sehr selten auf. Ansonsten ließ die fleißige, bissige und vielbeinige Abwehr der Hausherren nicht viel zu. Auf der Gegenseite kommt es nach einer guten Stunde zu einem Zweikampf im Strafraum der Gäste. Der Keeper rammt Robin Rößler, ohne jede Chance und jeden Anspruch den Ball zu spielen, robust aus dem Weg. Sicher kein böses Foul, aber allemal unnötig und übermotiviert. Der Schiedsrichter erkennt hier kein Vergehen und wir wollen uns diese Situation mal merken. Wenig später kommt es zu einem kleinen Gerangel im Mittelfeld bei dem Robin Rößler seinen Gegenspieler, ohne Ball in der Nähe, robust angeht. Sicher kein böses Foul aber übermotiviert und unnötig. Moment, das hatten wir doch eben schon. Nun ist der Schiri plötzlich ganz anders in der Bewertung und gibt Robin die gelbe Karte. Da dieser schon verwarnt war, bedeutete das nun Unterzahl für die Heimel für die letzten 25 Spielminuten. Komisch, wie das manchmal so ist mit der Bewertung der Spielszenen. Aber Spitz zeigte sich durch die Unterzahl nur noch motivierter, verteidigte noch verbissener und konnte sich offensiv immer wieder in Szene setzen. So dringt Eric Pfalz mit dem Ball in den Strafraum ein, dann steigt ihm ein Verteidiger mit offener Sohle auf den Fuß. Das darf der Schiri gerne sehen, der Assistent, welcher 10 Meter entfernt steht und freie Sicht hat, muss es sehen. Passiert ist… nichts. Nach 84 Spielminuten ein weiter Einwurf von Lennard Wießner, Michael Enders verlängert per Kopf und die Kugel springt einem Bertsdorfer Verteidiger an die Hand – und nun konnte sich auch der Schiedsrichter zu einem Elfmeterpfiff für unsere Farben durchringen. Den Strafstoß verwandelte Robin Jähnke höchst souverän. In den Schlussminuten drückten die Gäste gewaltig, aber Spitz hielt dem Stand und kam seinerseits sogar zur besten Chance in dieser Phase. Einen langen Ball von Eddy Rößler nimmt Michael Enders aus spitzem Winkel volley und bugsiert das Leder knapp über den Querbalken. Hier wäre vermutlich ausreichend Zeit gewesen das Spielgerät nochmal anzuhalten. So geht die Partie mit einem hart umkämpften Unentschieden zu Ende.
Fazit: Eine heiße Partie mit vielen harten Zweikämpfen, die so viel Staub aufgewirbelt hat, dass manchmal der Ball nicht mehr zu sehen war. Beide Seiten waren am Ende mit dem Unparteiischen nicht ganz glücklich. Die Gäste hätten sich eine kleinlichere Gangart gewünscht (kann man so sehen, wenn man das von der ersten Minute an konsequent durchzieht) – die Heimelf sah sich bei sehr relevanten Situationen benachteiligt. Wir haben unsere Möglichkeiten wieder mal voll ausgeschöpft, haben gekämpft bis zum Umfallen und den Gegner damit gestresst. Mit dem reduzierten Kader ist das aller Ehren wert. Am Ende haben wir den Gegner aus dem Spiel heraus fast nichts gestattet und haben unter dem Strich sogar die besseren Torchancen. Auch und gerade in Unterzahl hat die Mannschaft hervorragend als solche funktioniert. (MiE)
Aufstellung: R. Jähnke, L. Wießner, Ma. Enders (M. Wünsche), N. Wald, D. Fournes (Mi. Enders), P. Neumann, R. Brendel (E. Rößler), N. Rolle, E. Pfalz, R. Rößler, M. Stöcker
Tor: R. Jähnke (11-M)