Potzblitz!
TSG Hainewalde – TSV 1861 Spitzkunnersdorf 1:2 (1:0)
Das erste Derby in dieser Saison sollte bei unseren Nachbarn in Hainewalde steigen. Die Hausherren in diesem Jahr mit einer ausgesprochen starken Mannschaft und fast allen Mann an Bord, bei Spitz fehlten, wie üblich, einige Leistungsträger und Stammspieler, darunter T. Horeni, L. Wießner, E. Pfalz, M. Stöcker, L. Rolle und weitere. Damit waren die Hausherren der klare Favorit in dieser Begegnung, doch Spitz wollte selbstredend bestmöglich dagegenhalten. In der ersten Halbzeit war Hainewalde über weite Strecken feldüberlegen, konnte sich gegen die dicht gestaffelte und gut organisierte Abwehr von Spitz jedoch selten wirklich klare Aktionen erspielen. Meist krankte es am letzten Pass oder einem sauberen Abschluss, oftmals konnte ein Spitzkunnersdorfer Fuß oder Bein im letzten Moment entscheidend stören. Kurz nachdem Robin Rößler, nach Freistoß von Dominik Fournes und klasse Ballmitnahme, die größte Chance im Spiel bis dahin hatte – ein Verteidiger konnte auf der Linie klären – gingen die Hausherren in Führung. Nach mehreren Standardsituationen am Stück fehlte bei einem schnell ausgeführten Eckball die Zuordnung und der Stürmer konnte am langen Pfosten den Ball über die Linie schieben (26. Minute). In der Folge musste unser Torhüter Robin Jähnke mehrfach aufmerksam mitspielen und Bälle weit vor seinem Tor abfangen. Trotzdem nervte Spitz mit seiner giftig und guten Abwehrarbeit die Gastgeber schon in der ersten Halbzeit, das war zu sehen und vor Allem zu hören. Nach dem Seitenwechsel die Gäste sofort hellwach, wieder ist es Robin Rößler nach Freistoß Dominik Fournes, der sich im Strafraum durchsetzen kann und seine Pass-Schuss-Flanke (es war von allem ein Bisschen und nichts wirklich) landet, leicht abgefälscht, bei Eddy Rößler, der am schnellsten reagierte und aus Nahdistanz den Ausgleich erzielen konnte. Direkt im Anschluss eine Drangphase der Hausherren, bei der Robin Jähnke mehrfach im Blickpunkt stand und Marcel Apsel nun ebenfalls einen Ball auf der Torlinie klären musste und konnte. Aber Spitz ging erstark aus diesen überstandenen Minuten hervor und niemand hätte ahnen können, dass dies schon die letzte richtig starke Phase der Gastgeber war. Die Gäste eroberten die Bälle nun immer weiter vor dem eigenen Strafraum und bekamen Möglichkeiten zum Umschaltspiel, bei Hainewalde hingegen gingen Passgenauigkeit und Abstimmung immer weiter zurück. Nach 67. Minuten war es dann der immer stärker werdende Robin Rößler, der einen absurd guten Diagonalball von Nico Wald aus der Luft pflückte und ins kurze Eck schob. Die Führung an dieser Stelle schon gar nicht mehr so überraschend und auch nicht völlig unverdient und Spitz machte weiter, nutzte die Verunsicherung bei den Hausherren und kam immer wieder zu Torabschlüssen, allem voran Robin Rößler, der einen Kopfball an die Querlatte setzte und kurz danach denkbar knapp über jene köpfte. Bei Hainewalde lagen nun etwas die Nerven blank, das zeigte unter Anderem eine Aktion die man gut und gerne als Nachtreten (mit den entsprechenden Folgen) hätte interpretieren können und einem klaren Handspiel im Strafraum, welches der Schiedsrichter wegen einer „anderen Wahrnehmung“ nicht pfiff. Wir müssen hier nicht viel reden und schreiben, diese „andere Wahrnehmung“ war schlicht falsch. Hainewalde hatte somit in der Schlussphase noch die Option auf den Ausgleich, doch auch wenn die Gastgeber nominell immer offensiver wurden, verteidigte Spitz weiterhin exzellent und konnte sich auf einen aufmerksamen Torhüter verlassen. Den Aktionen der Hausherren fehlte es letztlich schlicht an Präzision und Durchschlagskraft, auch weil Spitz immer dran war und stören konnte. Somit ging auch die Schlussphase ohne großes Zittern und Bangen über die Bühne und die Männer in rot und schwarz durften sich über einen gleichermaßen überraschenden wie nicht unverdienten Sieg freuen.
Fazit: Immer wieder haben wir solche Spiele, wo sich alle Spieler an die taktische Marschroute halten, diszipliniert arbeiten und kämpfen und am Ende wundersame Ergebnisse stehen. Und immer wieder sage ich dann an dieser Stelle – sieh an, was für uns eigentlich möglich ist – und warum geht das nicht immer so? Wir werden das an dieser Stelle nicht auflösen, aber die Denkaufgabe ist hiermit an die Mannschaft übermittelt. Wir hatten den klaren Plan, den Gegner zu nerven und nicht in den möglichen Spielfluss kommen zu lassen, dafür wurde heute alles getan und das mit fast durchweg fairen Mitteln, die einzige gelbe Karte resultierte aus einem Ball wegschlagen. Und im Laufe des Spiels konnte man den Hausherren somit immer mehr den Zahn ziehen und bekam Räume für das eigene Offensivspiel. Fußball kann manchmal so einfach sein. Im Grunde verbietet es sich, aus dieser mannschaftlich geschlossenen Leistung einzelne Spieler hervorzuheben, aber was unsere beiden „alten“ Stand-by Außenverteidiger Marcel Apsel und Nico Wald heute abgerissen haben, war fast schon unverschämt gut. Damit haben wir das erste Spiel der „Topspiel-Wochen“ erfolgreich gemeistert. Mit einer ähnlichen Einstellung muss uns vor den kommenden Aufgaben auf jeden Fall nicht Bange sein. (MiE)
Aufstellung: R. Jähnke, A. Rudolf, D. Fournes, Ma. Enders, M. Apsel, N. Wald, P. Neumann, N. Rolle, B. Rolle (J. Hempel), E. Rößler, R. Rößler (D. Große)
Tore: R. Rößler, E. Rößler